"Es kündet Rot die Freiheit, des Mannes höchstes Gut, nimm sie, wenn Stürme dräuen, in Deine starke Hut!"
Der burschenschaftliche Freiheitsbegriff ist ein zutiefst geistiger, zugleich aber auch praktischer. Seine tiefste Grundlage ist die geistige Freiheit des einzelnen. Nur wer sie sich erwirbt, wer in sich selbst ruht und sein Gewissen als oberste Richtschnur erkennt, kann frei sein. Nur er ist auch in der Lage, in wahrer Erkenntnis der Dinge für sich und andere segensreich zu wirken. Wer seine geistige Freiheit opfert, verliert sich selbst. Die geistige Freiheit ist die Voraussetzung der persönlichen und der akademischen Freiheit. Die Freiheit der Person beinhaltet die Freiheit des Denkens, Redens und Handelns und findet ihren politischen Ausdruck in der Gewährung von Bürgerrechten. Die akademische Freiheit ist die Freiheit von Forschung und Lehre, des Lehrens und des Lernens. Die Burschenschaft hat sich für die akademische Freiheit zu allen Zeiten eingesetzt und manche unangenehme Konsequenz zu tragen gehabt. Als vaterländisch denkendem Menschen ist von einem Burschenschafter darüber hinaus gefordert, die Freiheit Deutschlands zu lieben und, wenn nötig, zu verteidigen.