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Die Prager Burschenschaft Teutonia bekennt sich seit ihrer Gründung zu dem historisch geprägten Wahlspruch der Jenaischen Urburschenschaft: "Ehre - Freiheit - Vaterland!"
Dieser Wahlspruch ist prägnanter Ausdruck dessen, was eine Burschenschaft an Überzeugungen und Werten in sich trägt. Er unterscheidet eine Burschenschaft von einer anderen studentischen Verbindung. Ein weiterer Grundsatz ist unser Bekenntnis zum pflichtschlagenden Prinzip. Innerhalb der burschenschaftlichen Bewegung verstehen wir uns als sogenannte Weiße Burschenschaft.
Ehre:
"Das blanke Gold bedeutet die Ehre und die Treu', daß nie in unserm Bunde Verrat noch Falschheit sei!"
Von jedem Burschenschafter wird eine lautere, wahrhafte und aufrechte Haltung in Reden, Denken und Handeln gefordert. So entsteht die Selbstachtung, die uns heilig sein soll und die darin besteht, sich selbst für alles Niedrige und Verachtenswerte zu gut zu halten. Dies nennen wir Ehre und wir sind es uns selbst schuldig, diese Ehre unter allen Umständen zu wahren. Die Achtung der eigenen Ehre beinhaltet den Respekt vor der Ehre des anderen. Teutonia verlangt von ihren Mitgliedern eine ehrenhafte Gesinnung und einen ebensolchen Lebenswandel.
Freiheit:
"Es kündet Rot die Freiheit, des Mannes höchstes Gut, nimm sie, wenn Stürme dräuen, in Deine starke Hut!"
Der burschenschaftliche Freiheitsbegriff ist ein zutiefst geistiger, zugleich aber auch praktischer. Seine tiefste Grundlage ist die geistige Freiheit des einzelnen. Nur wer sie sich erwirbt, wer in sich selbst ruht und sein Gewissen als oberste Richtschnur erkennt, kann frei sein. Nur er ist auch in der Lage, in wahrer Erkenntnis der Dinge für sich und andere segensreich zu wirken. Wer seine geistige Freiheit opfert, verliert sich selbst. Die geistige Freiheit ist die Voraussetzung der persönlichen und der akademischen Freiheit. Die Freiheit der Person beinhaltet die Freiheit des Denkens, Redens und Handelns und findet ihren politischen Ausdruck in der Gewährung von Bürgerrechten. Die akademische Freiheit ist die Freiheit von Forschung und Lehre, des Lehrens und des Lernens. Die Burschenschaft hat sich für die akademische Freiheit zu allen Zeiten eingesetzt und manche unangenehme Konsequenz zu tragen gehabt. Als vaterländisch denkendem Menschen ist von einem Burschenschafter darüber hinaus gefordert, die Freiheit Deutschlands zu lieben und, wenn nötig, zu verteidigen.
Vaterland:
"So höre denn, ans Sterben mahnt Dich der schwarze Rand. Du sollst den Tod nicht scheuen fürs deutsche Vaterland!"
Seit ihrer Gründung war die Burschenschaft Teil der deutschen Nationalbewegung. Ja, sie war zeitweise deren Vorreiterin, und sie ist ihrem Ideal bis heute treu geblieben. Sie bekennt sich zu dem deutschen Vaterlande als der geistig-kulturellen Heimat des deutschen Volkes. Unter dem Volk versteht sie die Gemeinschaft, die durch historisches Schicksal, Kultur, Brauchtum und Sprache verbunden ist. Pflicht der Burschenschaften ist das dauernde rechtsstaatliche Wirken für die freie Entfaltung deutschen Volkstums in enger Verbundenheit aller Teile des deutschen Volkes, unabhängig von staatlichen Grenzen in einem einigen Europa der freien Vaterländer. Dies ist der sogenannte volkstumsbezogene Vaterlandsbegriff, an dem die Burschenschaft auch heute unbeirrt festhält.
Das akademische Fechten
Die Mensur ist die persönliche Erfahrung einer Extremsituation. Die Prager Burschenschaft Teutonia pflegt die studentische Mensur, um Opportunisten auszuscheiden. Das Fechten schult die Charakterfestigkeit und ermöglicht dem Einzelnen das Kennenlernen seiner Grenzen. Es festigt und vertieft auch das Zusammengehörigkeitsgefühl.
Die Mensur hat einen langen Entwicklungsprozess hinter sich. Mensur kommt von lat. mensura, was Abstand bedeutet. Damit ist der Abstand zwischen den Fechtern gemeint. Begonnen hat das studentische Fechten im Mittelalter. Damals gab es nur wenige Universitäten in Europa und die Studenten mussten oftmals langwierige Reisen dorthin in Kauf nehmen. Da man damals noch keine Überweisungen tätigen konnte, führten die Studenten ihr gesamtes Bargeld für das Semester mit sich. Um sich vor Wegelagerern schützen zu können, trugen die Studenten Waffen, was nur ihnen, den Bürgern und dem Adel vorbehalten war.
Zwischen den Studenten fanden auch Duelle mit tödlichem Ausgang statt. Im Laufe des 16. und 17. Jhdts. setzten sich feste Regeln für das Duell durch. Im 19. Jhdt. wurde die Mensur in ihrer heutigen Form geschaffen. Duelle fanden nur noch nach vorausgegangenen Beleidigungen statt, während die Mensur dazu diente, die Mitglieder der Studentverbindungen körperlich und geistig zu erziehen.
Die Tatsache, daß Mensuren auf die Farben ("im Namen") der eigenen Burschenschaft gefochten werden, stärkt darüber hinaus das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Bundesbrüdern. Das gemeinsame Erlebnis, den Bundesbruder genau in jener mitunter schwierigen Situation begleiten zu können, in der man auch selbst mehrmals stand und ihm dabei jene Unterstützung zuteil werden zu lassen, die man selbst einmal benötigte, ist der eigentliche Schlüssel, der jeden Generationenunterschied, jeden Unterschied des Standes überwindet.
Wir fechten heute mit dem Korbschläger nach festen Regularien. Körperstellen, die ernste Verletzungen davontragen könnten, werden dabei mit Schutzmitteln aus Leder, Kevlar oder Stahl bedeckt. Die Augen werden durch die Mensurbrille geschützt. Als Trefferfläche bleibt nur der Kopf.
Das Weiße Prinzip
Die burschenschaftliche Bewegung hat sich in ihrer Geschichte mehrmals in verschiedene Richtungen und Strömungen aufgespalten. So gab es die germanistische und arministische Richtung, progressive und konservative Burschenschaften und Burschenschaften, die das rote, blaue oder weiße Prinzip vertraten.
Als couleurkonservative Burschenschaften sind Teutonia Prag, Albia Wien und Arminia Graz geschlossen der 1922 gegründeten Weißen Arbeitsgemeinschaft und 1956 dem Weißen Kreis beigetreten.
Weiße Burschenschaften vertreten folgende Grundsätze:
- Betonung der Eigenständigkeit jeder als Lebensgemeinschaft bestehenden Einzelburschenschaft gegenüber allen Versuchen, die darauf beruhenden Rechte einzuschränken.
- Konservative Grundhaltung gegenüber Bestrebungen zur Änderung oder Aufgabe der alten Überlieferungen.
- Bekenntnis zum akademischen Fechten.
- Eintreten für den volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff, als den einzig wahren burschenschaftlichen Vaterlandsbegriff.
- Auf burschenschaftlichen Grundsätzen beruhende Bildungsarbeit.
- Nichteinmischung in parteipolitische Auseinandersetzungen, sondern politische, geistige und studentische Freiheit im akademischen und öffentlichen Leben.
- Bekenntnis zur Wahrung und Überlieferung bewährter studentischer Formen und besonders zum erzieherischen Wert eines korporativ straff gebundenen Gemeinschaftslebens auf Farben- und waffenstudentischer Grundlage.
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