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Die Prager Burschenschaft Teutonia zu Würzburg wurde 1876 in Prag von 5 deutschen Studenten gegründet. Die wechselhafte Geschichte des Bundes ist eng mit dem Schicksal der Sudetendeutschen verknüpft. Eine chronologische Auflistung der wichtigsten Ereignisse folgt auf den nachfolgenden Seiten. 16.12.1876 16.01.1877 Erstes öffentliches Auftreten beim Trauermarsch für den Prager Hochschulprofessor Dr. Wilhelm Volkmann von Volkmar, der mit studentischen Ehren und unter Fackelbegleitung zu Grabe getragen wurde.
04.03.1877 Beitritt zur Prager Lesehalle der deutschen Studenten, die eine Art Studentenvertretung (Asta) aller deutschen Studenten in Prag war. 10.11.1877 Konservativerklärung und erste Mensuren als dreigliedrige Anerkennungs-PPS mit der Prager akad. B! Carolina auf Prager Plempe. 1877 16.03.1878 Gründung des ersten burschenschaftlichen Prager DC durch Teutonia (weiße Richtung), Carolina (rote Richtung) und Thessalia (blaue Richtung). 28.05.1879 Der akad. B! Carolina wird eine pp-Suite ersten Grades gebrummt, die die B! Carolina auf eine 14-gliedrige Viritimhatz (Jeder gegen Jeden) überstürzt. Teutonia hatte noch Füxe, die nicht mensurreif waren und verzichtet auf deren Partien. Die B! Carolina verhängte daraufhin den Gemeinheitsverruf wegen Unkommentmäßigkeit. Das machte es notwendig, außerhalb von Prag nach Partien Ausschau zu halten. Erste Kontakte werden zur akad. B! Albia in Wien geknüpft. 28.07.1879 Änderung des Namens in Prager Burschenschaft Teutonia.Damit waren zum ersten Mal auch in der offiziellen Bezeichnung die Studenten der Universität und der technischen Hochschule geeint. 05.10.1879 Kartellvertrag mit der Wiener akad. B! Albia. Man versteht sich ab sofort als eine Burschenschaft an zwei Hochschulorten. 10.04.1880 Erste burschenschaftliche Korbschlägermensur in Prag zwischen dem Teutonen Paul von Portheim und dem Hilaren Eduard Gerson, der auf Thessalenwaffen Schutz belegt. Damit wird die Plempe, eine spezielle Prager Fechtwaffe, nach 20 jährigem Gebrauch Teil der Prager Studentengeschichte. 20.07.1881 Nach der Schlacht von Kuchelbad wandeln sich etliche Prager Corps in Burschenschaften um. 26.06.1887 WS 1887/88 Das SRG-Kartell versucht die burschenschaftliche Einheit durch Gründung eines Südostdeutschen Burschenschafterbundes zu fördern. Die Gründung scheitert aufgrund verschiedener Verrufe der österreichischen Burschenschaften untereinander. 24.01.1889 Spaltung des Prager DC wegen gegenseitiger Verrufserklärungen der Prager Burschenschaften. Vergeblicher Schlichtungsversuch des Prager Rektors Prof. Dr. Dominik Ullmann. 02.05.1889 29.09.1890 Die Bundesbrüder Friedrich Fritsch und Hugo Langer werden zu den ersten Alten Herren ernannt. 13.05.1892 Die Prager DC Burschenschaften verlassen die Prager Rede- und Lesehalle und gründen den Prager Rede und Leseverein Germania, dem bis zur Jahrhundertwende ein Drittel aller Studenten beitreten. Der Teutone Adolf Kofend wird als erster Obmann mit der Leitung betraut. Am Eröffnungskommers nehmen 600 Besucher teil. WS 1895/96 Die Teutonen Franz Richter und Franz Reska unterstützen die akademische Verbindung Leder bei der Konstituierung zur Leobener akad. Burschenschaft Leder. Bundesbruder Hugo Scherbaum verlegt sein Studium nach Brünn, um als Sprecher die Brünner Burschenschaft Libertas wieder zu eröffnen. WS 1897 Nach dem Sturz des pro-tschechischen k.u.k. Ministerpräsidenten Graf Badeni kommt es in Böhmen und Mähren zu starken Demonstrationen und Ausschreitungen der tschechischen Bevölkerung. In Prag wird für mehrere Wochen das Standrecht verhängt. Der Akademikertag erwägt die Umsiedlung der Prager Universität in eine weitesgehend deutsch besiedelte Randstadt von Böhmen. 21.01.1898 Nachdem das Standrecht wieder aufgehoben wurde, verhängt die Prager Polizei ein Verbot öffentlich Couleur zu tragen. Darauf hin wird die Universität durch die Deutsche Studentenschaft besetzt und bestreikt. Der Streik weitet sich auf alle österreichischen Universitäten aus, so dass das Couleurverbot am 03.03.1898 wieder aufgehoben wird. 1898/1899 Teutonia wird unter dem Sprecher Edmund Pruschek Vorsitzende Burschenschaft des Linzer Deputierten Convents. Auf Antrag der Prager akad. B! Carolina wird Teutonia später der Dank für die „tadellose Leitung der LDC-Angelegenheiten“ ausgesprochen. 23.06.1899 05.07.1899 Umgehung des Verbots durch Gründung der Ersatzburschenschaft Tuiskonia, der alle Teutonen beitreten. 20.03.1900 Der Teutone cand. jur. Heinrich Fuchs (zzgl. Albia Wien und Arminia Graz) gewährt unbedingte Genugtuung und fällt bei einem Pistolenduell gegen einen Prager Thessalen. 03.06.1900 01.01.1901 Gründung des Altherrenverbands. 28.07.1901 Die Führung des Namens Prager Burschenschaft Teutonia und das Tragen der Farben Schwarz-Rot-Gold werden wieder gestattet. 06.03.1904 Der Prager Universitätsrektor Prof. Dr. Karl Rabl führt an der Spitze den wöchentlichen Farbenbummel der Deutschen Studentenschaft durch den "Graben" an, nachdem Deutsche Studenten zuvor von tschechischen Nationalisten überfallen wurden. Rektor Prof. Dr. Rabl prägte dabei die unvergesslichen Worte: "Farbe tragen heißt Farbe bekennen!" 11.10.1906 Zur Unterstützung der deutschen Minderheit wird Gastorf an der Libocher Sprachgrenze zum Schutzort gewählt. 07.-09.12.1906 Feier des 30. Stiftungsfests mit über 1000 Gästen. 20.05.1907 Gründungsmitglied der Burschenschaft der Ostmark, der bis zu 46 österreichische Burschenschaften aus Prag, Wien, Graz, Brünn, Tetschen, Innsbruck und Czernowitz beitreten. WS 1913 1914-1918 Übernahme des Prager DCs auf Kriegsdauer und Aufrechterhaltung eines minimalen Aktivenbetriebs. Im ersten Weltkrieg fallen 18 Bundesbrüder. 29.10.1918 Gründungsbursch Raphael Pacher wird zum Landeshauptmann der autonomen Provinz Deutschböhmen ernannt. Wenig später wechselt er nach Wien als Staatssekretär (Minister) für Unterricht in die erste Regierung der Republik Deutschösterreich unter dem sozialdemokratischen Kanzler Karl Renner. 03.08.1919 Beitritt der Burschenschaft der Ostmark zur Deutschen Burschenschaft (DB). Die von dem Prager Teutonen Dr. Josef Titta gestiftete Burschenschafternadel wird Verbandsnadel der DB und somit Erkennungszeichen aller Burschenschafter. 1920 1921 Begründung des Verkehrsverhältnisses mit der Leobener akad. B! Leder aus dem sich ein inniges Freundschaftsverhältnis entwickelt hat. 1922 WS 1926 Große Feier zum 100. Semester Stiftungsfest. WS 1934/35 Insignienstreit – vergeblicher Versuch der Deutschen Studentenschaft die Herausgabe der Insignien der Karls Universität an die tschechische Abspaltung der Prager Universität zu verhindern. 1936 Entstehung des Kameradschaftsheims mit 18 Betten und einem Lese- und Studierzimmer. 11.7.1938 Niederlegung der Farben fast aller sudetendeutschen Korporationen und Gründung des Sudetendeutschen Studentenbundes in Eger. 1939 1939 - 1945 Im 2. Weltkrieg fallen 15 Bundesbrüder an der Front. Ab Mai 1945 Beginn der gewaltsamen Vertreibung der Deutschen aus Böhmen und Mähren. Dabei werden 12 Teutonen getötet. 1951 Das 75. Stiftungsfest wird in Würzburg in den Huttensälen gefeiert, da sich viele Teutonen nach der Vertreibung in Franken niederlassen. 11.06.1952 1952 Aufnahme in die Deutsche Burschenschaft (DB) mit einer viersemestrigen Probezeit. WS 1952/53 Die ersten Nachkriegsmensuren werden geschlagen. 1953 Umbenennung in Alte Burschenschaft der Prager Teutonen zu Nürnberg. 1954 Zur Unterstützung der deutschen Volksgruppe in Südtirol wird Vilnös zum Schutzort gewählt. Ansprechpartner war der Lehrer Messner, der Vater des bekannten Bergsteigers Reinhold Messner. 1956 Beitritt zum Weißen Kreis (WK), der besonderes Augenmerk auf korporatives Zusammenleben und gesellschaftliche Umgangsformen legt. Der WK zerbricht mit dem Scheitern des Antrages auf Vereinigung der österreichischen Burschenschaften mit den bundesdeutschen im Dachverband Deutsche Burschenschaft. 15.07.1961 Gründungsmitglied der Burschenschaftlichen Gemeinschaft in DB und DBÖ (BG). Gründungsziel der BG war die Vereinigung der österreichischen Burschenschaften mit den bundesdeutschen in einem gemeinsamen Dachverband. 1963 Verlegung des Aktivenbetriebs an die Universität Erlangen, da es dort im Gegensatz zu Nürnberg eine breitere Auswahl an Fakultäten gibt. Wieder Umbenennung des Namens in „Prager Burschenschaft Teutonia“ zu Erlangen. 1971 Auf dem Burschentag wird beschlossen, dass Burschenschaften aus Österreich Mitglied im Dachverband Deutsche Burschenschaft werden können. Dafür wird das pflichtschlagende Prinzip im Dachverband aufgegeben. Das Schwarz-rot-goldene Kartell und die BG setzen sich seitdem für die Wiedereinführung des pflichtschlagenden Prinzips in der Deutschen Burschenschaft ein. 1977 Feier des 100. Stiftungsfestes in Erlangen. 1983 Wechsel des Aktivenbetriebs an die neugegründete Universität nach Regensburg, die als Traditionsträgerin der Prager Karlsuniversität gilt, um so näher an der alten Heimat Prag und am Kartell zu sein. In der Anfangszeit machen sich vor allem zwei Stützburschen unserer lb. VB! Leder Leoben verdient. 1996 1996 - 1997 Übernahme des Vorsitzes der Burschenschaftlichen Gemeinschaft in DB und DBÖ. 1997 - 1998 Erneute Übernahme des Vorsitzes der Burschenschaftlichen Gemeinschaft in DB und DBÖ. 2001 und 2002 Teilnahme am Sudetendeutschen Tag in Augsburg mit Vertretern anderer Prager und Sudetendeutscher Burschenschaften. 16.12.2006 Organisation der Planung und Durchführung des Kommerses zur Erinnerung an 200 Jahre technische Hochschulausbildung in Prag. 26.-28.06.2007 Feier des 130. Stiftungsfestes und des 120 jährigen Bestehen des Schwarz-Rot-Goldenen Kartells, das das älteste noch existierende altösterreichische Kartell ist. Kurz darauf Einstellung des Aktivenbetriebs. 12.12.2009 Reaktivierung durch Zusammengehen mit der Würzburger B! Libertas zur Prager B! TEUTONIA zu Würzburg. |
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