Prager Burschenschaft Teutonia zu Würzburg

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Info Bedeutende Teutonen
Bedeutende Teutonen - Dr. Josef Wenzel Titta PDF Drucken E-Mail
Beitragsseiten
Bedeutende Teutonen
Staatssekretär Raphael Pacher
Prof. Dr. Friedrich Emperger
Prof. Dr. August Geßner
Dr. Josef Wenzel Titta
Dipl. Ing. Franz Staerk
Dr. Karl Funke
Prof. Dr. Julius Kratter
S. Exz. Richard Riedl
Alle Seiten

Dr. med. Josef Wenzel Titta (1863 - 1923)

AH Dr. med. TittaTitta war Sohn eines Baggerschiffführer. Er studierte in Prag Medizin und promovierte am 21. Januar 1889. Als Student wurde er Mitglied der Burschenschaft Teutonia Prag. Nach Beendigung seines medizinischen Studiums wurde er ab 1889 praktischer Arzt in Trebnitz (Distriktsarzt des Bezirkes Lobositz), Arzt der Leitzmeritzer Bezirkskrankenkasse und Medizinalrat.

Er führte schon frühzeitig den Nationalitätenkampf an der deutsch-tschechischen Sprachgrenze. So begründete er 1889 den „Deutschen Schutzverein Germania“ für Trebnitz und Umgebung. Titta war tatkräftiger Förderer des deutschen Vereins- und Kulturlebens in diesem Grenzgebiet, u.a. Gründer des Schulerhaltungsvereins und der Knaben- und Mädchen-Fortbildungsschule. Die Gründung des Bundes der Deutschen in Böhmen ging ebenso auf seine Initiative zurück, wie die Gründung (1903) des Deutschen Volksrates für Böhmen, dessen Obmann er von 1905 bis 1918 war. Der Deutsche Volksrat für Böhmen diente zur Ergänzung der Arbeit der politischen Parteien und damit zur Lösung des böhmischen Autonomieproblems. Der Volksrat galt als bedeutsamste deutsche Schutzgemeinschaft des alten Österreichs. Er schuf die deutsche Sektion der Landeskommission für Kinderschutz und Jugendfürsorge und war Herausgeber (1905–1918), der Deutschen Hochschulstimmen später (1909–1923) der Deutschen Hochschulzeitung.

1918 wurde er Mitglied der deutschböhmischen Landesversammlung. Aufgrund seines Einsatzes für die deutschen Rechte in Böhmen musste er nach dem Zusammenbruch der k.u.k. Monarchie nach dem Ersten Weltkrieg und der Gründung der Tschechoslowakei nach Dresden fliehen. Im Frühjahr 1919 sprach er mehrmals bei der amerikanischen Friedensvorbereitungskommission in Wien unter Calvin Coolidge vor, um die Trebnitzer Sprachgrenzengemeinden zu unterstützen. Nach Zusicherung der Prager Behörden auf freies Geleit kehrte er im Mai 1919 nach Lobositz zurück. Kurze Zeit später wurde von tschechischen Nationalisten ein Handgranatenattentat auf ihn in seinem Trebnitzer Landhaus verübt. Er überlebte es unbeschadet, wurde aber verhaftet und in Prag eingesperrt. Nach einigen Wochen wurde er von den Prager Behörden wieder entlassen. Er musste auf weitere politische Tätigkeit verzichten und verbrachte die letzten Lebensjahre wieder als Landarzt in Trebnitz. Sein Wunsch einer Autonomie Deutschböhmens und des ganzen Sudetenlandes erfüllte sich nicht. Mit dem Vertrag von Trianon wurden die mehrheitlich deutsch besiedelten Gebiete dem neuen Staat Tschechoslowakei zugesprochen.

Am 10. August 1923 verstarb er im Brüxer Krankenhaus an chronischer Nierenentzündung. Die Urne mit seiner Asche wurde in der deutsch-evangelischen Kirche in Trebnitz vor dem Hochaltar beigesetzt. Die Kirche und somit sein Grab sind durch die Wirren der Flucht und Vertreibung der Deutschen in Böhmen und Mähren zerstört worden.
Die Städte Leitmeritz, Aussig, Theresienstadt, Bruch, Liboch, Dlaschkowitz und Nettluk verliehen ihm die Ehrenbürgerwürde. In München trägt noch heute eine Straße seinen Namen



 

Termine

Infobrief

Wollen Sie über unsere Veranstaltungen informiert werden?











© Prager Burschenschaft Teutonia zu Würzburg 2010