| Bedeutende Teutonen - Staatssekretär Raphael Pacher |
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Staatssekretär Raphael Pacher (1857 - 1936)
Neben seiner journalistischen Tätigkeit war er böhmischer Landtagsabgeordneter, Reichsratabgeordneter und Obmann des Bundes der Deutschen in Böhmen. Nach Ende des ersten Weltkrieges proklamierte Pacher auf Grundlage des Selbstbestimmungsrechts der Völker gemeinsam mit dem Sozialdemokraten Josef Seliger am 29. Oktober 1918 die autonome Republik Deutschböhmen mit Regierungssitz in Reichenberg. Pacher wurde zum ersten Landeshauptmann der autonomen Republik Deutschböhmen gewählt. Er stand vor der Aufgabe, die Vereidigung der Beamten auf den neuen Staat zu übernehmen, neue Ämter zu schaffen, die in Folge des Ersten Weltkrieges katastrophale Versorgungslage der Bevölkerung zu klären und die Kriegsheimkehrer zu integrieren. Außerdem sollten deutsche Truppen ausgehoben werden, da mit dem Einmarsch der tschechoslowakischen Armee nach Deutschböhmen zu rechnen war; dieser erfolgte am 13. November. Die Arbeiten der Landesregierung unter Pacher sahen auch vor, dass Deutschböhmen Teil der am 23. Oktober ausgerufenen Republik Deutschösterreich wird. Jenes Anliegen proklamierte Pacher zusätzlich als böhmischer Abgeordneter in der verfassungsgebenden Nationalversammlung in Wien. Die Nationalversammlung ernannte den Sozialdemokraten Karl Renner zum ersten Kanzler der Republik Deutschösterreich. Als Renner bei der Bildung seines Kabinetts Raphael Pacher zum Staatssekretär für Unterricht (Staatssekretär war damals die Bezeichnung für Bundesminister) vorschlug, übergab Pacher am 5. November das Amt des Landeshauptmanns von Deutschböhmen an den 20 Jahre jüngeren parteilosen Rudolf Lodgman von Auen. Das Amt des Staatssekretärs für Unterricht übte Pacher vom 30. Oktober 1918 bis zu seinem freiwilligen Rücktritt am 15. März 1919 aus. Pacher war außerdem Präsident des österreichischen Schulbuchverlags. Die sudetendeutschen Städte Komotau und Dlaschkowitz ernannten ihn zum Ehrenbürger. Unsere Kartellburschenschaften Albia und Arminia verliehen ihm das Ehrenband. |
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