| 200 Jahre techn Hochschulausbildung in Prag |
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| Montag, den 15. Februar 2010 um 17:09 Uhr |
Am 2. Dezember 2006 feierten Prager und auch Brünner Korporationen einen Festkommers, um an den Beginn technischer Hochschulausbildung in Prag im Jahre 1806, vor 200 Jahren, zu erinnern.1969 hatte die Tschechische Technische Hochschule Prag ihren 100jährigen Bestand gefeiert (bezogen auf die Trennung des Polytechnikums 1869, so dass eine eigenständige tschechische Hochschule entstand). 1982 blickte die Tschechische TH auf eine 275jährige Geschichte dieser Hochschule zurück. Dabei wurde die Geschichte der Ingenieurschule von 1717 vereinnahmt und bis auf das Reskript von 1707 zurückgegriffen. Damit wurde eine 275jährige Geschichte technischer Ausbildung in Prag als tschechische Leistung dargestellt. „Wundersam gealtert“ lautete eine Leserzuschrift unseres langjährigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Hans Krail an die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Dies war der Ausgangspunkt für zahlreiche Initiativen, für Zeitungsartikel und andere Veröffentlichungen, in denen der umfangreiche deutsche Anteil an der technischen Hochschulausbildung in der Moldaumetropole dargestellt wurde. Ehemals in Prag beheimatete Korporationen gründeten den „Ring Prager Korporationen“ (vgl.BBl. Heft 7/1983, S.184ff. und 2/1984 S.44/45). Als das 600 jährige Heidelberger Universitätsjubiläum 1986 bevorstand und Heidelberg in der Presse als die älteste deutsche Universität bezeichnet wurde, ergab sich für den Ring Prager Korporationen ein weiteres und nunmehr vorrangiges Aufgabengebiet der Öffentlichkeitsarbeit. Der Ring Prager Korporationen erreichte durch seine zahlreichen Stellungnahmen und durch umfangreichen Schriftwechsel, dass offizielle Verlautbarungen schließlich die Reihenfolge Prag (1348), Wien (1365) und Heidelberg (1386) beachteten. Im April 1998 feierte der Ring Prager Korporationen in Erlangen den Festkommers „650 Jahre Universität Prag“ (vgl.BBl. Heft 4 1998, S.205/206). Mit dem jetzigen Festkommers in Regensburg „200 Jahre technische Hochschulausbildung in Prag“ vollendeten sich nun die ersten Aktivitäten des früheren Ringes Prager Korporationen.Der Kommers stand unter der Leitung der Prager Burschenschaft Teutonia zu Regensburg, die auch die Organisation vor Ort innehatte. Weiterhin chargierten die Burschenschaften Thessalia Prag zu Bayreuth, Suevia Brünn zu Regensburg, Libertas Brünn zu Aachen, die Wiener Akademische Burschenschaft Albia und die Alte Prager Landsmannschaft Böhmerwald zu Linz. Vertreter der Grazer Akademischen Burschenschaft Arminia komplettierten das Schwarz-Rot-Goldene Kartell, darunter der extra aus Wien angereiste Vbr.Dr. Siegfried Artner (B!Leder Leoben, B!Arminia Graz), der mich nach dem Kommers ansprach: er war in den fünfziger Jahren an der Montanuniversität Leoben Hörer bei unserem AH Prof. Dr. Ing. Rudolf Posselt (aktiv ab 1904), so dass es viel zu erzählen gab. Von den Hochschullehrern der Regensburger Universität konnte Prof.Dr.phil. Günther Hauska (Akademische B! Öberösterreicher Germanen in Wien) in der Corona begrüßt werden, wie auch zahlreiche Vertreter der Prager Burschenschaft Thessalia und unserer Arminia. Es nahmen teil: Helmut Becker, Ralph Günther, Werner Kohl, Guntram Krail, Gerd Müller, Franz Nowack, Benno Simang, Erich Stadler und ich. Keinesfalls war der Kommers eine „buxige“ Veranstaltung (so wurde im Vorfeld auf einer Gästebucheintragung bei Tramizu im Internet kurzzeitig polemisiert/ offenbar bis der „webmaster“ einschritt). Die ehemals in Prag und Brünn ansässigen Verbindungen aller Korporationsverbände waren eingeladen. Die seinerzeit mit Abstand größte Prager Korporation, die Prager Universitäts-Sängerschaft Barden zu München, kam mit mehreren Vertretern wie auch die Alte Prager Landsmannschaft Böhmerwald zu Linz. Auch ein Mitglied des Corps Hassia Darmstadt wie auch des Corps Thuringia Jena erlebten die denkwürdigen Stunden dieses Kommerses. Als Festredner konnte Dr.Harald Lönnecker (B!Normannia Leipzig zu Marburg, B!Germania Kassel, B!Normannia Leipzig), bekanntlich Leiter von Archiv und Bücherei der Deutschen Burschenschaft, gewonnen werden, der sich bereits seit längerer Zeit wissenschaftlich mit der Geschichte des Prager Korporationsstudententums befasst hatte. Sein Vortrag war lang, fesselnd und kurzweilig und ist nachzulesen in der am Tage des Kommerses erschienenen Festschrift. Ein weiterer Höhepunkt war die Ehrung für die korporierten Professoren, die in Prag gelehrt hatten, vorgetragen von Erich Stadler (Prager B! Arminia zu Bochum, B! Cheruscia Dresden). Dass es so viele korporierte Hochschullehrer in der Moldaumetropole gab, darunter auch mehrere Rektoren der Deutschen Universität Prag und der Deutschen Technischen Hochschule Prag, beeindruckte die Corona. Diese Ausführungen können im Addendum der Burschenschaftlichen Blätter im Internet nachgelesen werden (www.burschenschaftliche-blaetter.de). Mit der gleichen Veranstaltung beging die präsidierende Prager Burschenschaft Teutonia ihren 130.Gründungstag und stellte daher die mit Abstand größte Teilnehmerzahl. An die Ausführungen des neuen Altherrenvorsitzenden Wolfram Steuerwald schloss sich die Verleihung des 100-Semester-Bandes für den Prager Teutonen Dieter Thyrauer an. Insbesondere festhaltenswert ist das, was allen Reden an diesem Abend gemeinsam war: die Passagen, die sich auf das heutige Prag bezogen, waren ausschließlich zukunftsorientiert und versöhnlich. Schließlich bestand die allergrößte Freude zum 130.Gründungstag in der Aufnahme von zwei neuen Füxen. Kurz vor Mitternacht endete ein auch durch das schwungvolle Prager Lied „Mit der Fiedel auf dem Rücken“ euphorisierender Kommers, der seinen Inhalten nach einer Akademischen Feierstunde entsprach. Froh gelaunt ging es zur Nachfeier auf dem Teutonen-Haus. Grund genug gab es zum Weiterfeiern: ob der guten Stimmung, ob des überaus gelungenen Kommerses und weil ein mehr als 20 Jahre dauernder Zeitraum mit viel Arbeit zum Themenbereich „Prager Hochschulgeschichte“ bzw. mit viel Arbeitsfreude zu Ende gegangen ist. Die 30 Seiten starke, eng beschriebene kleine Festschrift mit einem grundlegenden Beitrag von Hans Krail zur Geschichte der Deutschen Technischen Hochschule Prag und mit der Festrede von Dr. Lönnecker kann für nur 5mEUR incl. Porto und Verpackung erworben werden bei Chr.Oppermann (Ktnr.2789733300 SEB-Bank BLZ:10010111/ Adresse auf dem Überweisungsträger bitte angeben). Wie immer wird eine „Gewinnzone“ bei solchen Schriften nicht erreicht werden, doch ein idealistischer Herausgeberkreis wird sich auch vor weiteren Veröffentlichungen, finanziert von Einnahmen, die bereits frühere Ausgaben nicht deckten, nicht abschrecken lassen. Mit den Festkommersen Heidelberg 1986, Erlangen 1998 und Regensburg 2006 endete ein Veranstaltungszyklus, der weit mehr als eine Trilogie darstellte. Christian Boeke schrieb mir ein paar Tage nach dem Kommers: „Die Reise nach Regensburg hat sich gelohnt und hat Spaß gemacht; für solche „Groß“-Veranstaltungen bin ich immer zu haben und es war eine Gelegenheit, sich einmal wiederzusehen.“ Klaus Schmid, Alter Herr der Prager Burschenschaft Teutonia, fasste zusammen: „Dieser Kommers wird in Erinnerung bleiben und lange nachwirken.“ Christian Oppermann Veröffentlicht in den burschenschaftlichen Blättern (2007/1). Ehrung für unsere Prager Hochschullehrer Addendum der Burschenschaftlichen Blätter. |
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